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Verkehrsanlagen // Ingenieurbauwerke // Freianlagen // Technische Infrastruktur

Innerer Stadtring Chemnitz

Lage:
Chemnitz,
Deutschland

Gesamtbaukosten:

21,75 Mio. €

Zeitraum:
1993 - 2004

Auftraggeber:

Stadtverwaltung

Chemnitz

Leistungen:
Leistungsphasen 1-7 §55 HOAI Objektplanung Verkehrsanlagen

Projektbeschreibung:
Die seit Mitte der 90-er Jahre forcierte Entwicklung des Chemnitzer Stadtzentrums
weg von der „Stadt ohne Mitte“ hin zum modernen Handels,- Dienstleistungs- und
Wohnstandort erforderte parallel zur städtebaulichen Entwicklung den Aufbau
einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur für den öffentlichen
Personennahverkehr (ÖPNV) und den motorisierten Individualverkehr (MIV). Schon
im Verkehrskonzept 1994 wurden deshalb der Ausbau des „Inneren Stadtringes“ und
des „Südverbundes“ mit dem Ziel verankert, den MIV auf diese leistungsfähigen
tangentialen Hauptverkehrsstraßen zu verlagern und zu bündeln.

Nach Festlegung der räumlichen Lage der Trasse und der Fahrbahnquerschnitte unter
Berücksichtigung der verkehrlichen Nutzungsansprüche der unterschiedlichen Verkehrsarten nahm die komplizierte Anpassung der Strassengradiente an zahlreiche topografische und bauliche Gegebenheiten breiten Raum ein. Die beiden Gradienten des Stadtringes wurden in einem iterativen Prozess optimiert, wobei folgende Zwangspunkte besonders beachtet werden mussten:

·Kappelbachbrücke
·Knotenpunkt Zwickauer Straße mit vorhandener Straßenbahntrasse
·Mindestüberdeckung Heizkanal und Ausdehnungsbauwerk vor Bahnhof Mitte
·Einhaltung der Mindestfahrdrahthöhe der geplanten Straßenbahn Stollberger Straße von 4,50 m über der Straße, Minimierung der Absenkung im Bereich Eisenbahnbrücke
·Minimierung der freien Stützmauerhöhe parallel zur Eisenbahnstrecke
·lichte Höhe unter der Rad- und Gehwegbrücke 4,50 m
·lichte Durchfahrtshöhe Radweg unter dem Eisenbahnviadukt 2,75 m, Rampenneigungen der Auffahrtsrampen mit max. 6,0 %
·Beachtung des Hochwasserfalls HQ100 bei der Gradienten- und Brückenkonstruktion über den Chemnitz-Fluss
·Knotenpunkt Annaberger Straße mit vorhandener Straßenbahntrasse

Prägend
für diesen Teilabschnitt des Inneren Stadtrings ist die Lage im Einschnitt mit bis zu 5,5 m hohen Stützwänden entlang der Eisenbahnstrecke Dresden-Werdau und zum Vorplatz des Dorint-Hotels. Diese Stützmauern erhielten eine Granitverblendung, um eine gestalterische Verknüpfung zu den bereits vorhandenen Stützmauern der Bahnanlagen und zur Stützmauer entlang der Stollberger Straße herstellen zu können, die beide unter Denkmalschutz stehen.

Weiterhin
wurden die Anforderungen an Umfeld und Ökologie bei der Planung in besonderem
Maße beachtet. Hervorzuheben sind in erster Linie:
·Einschnittslage unmittelbar neben der Eisenbahntrasse („Lärm zu Lärm“), dadurch Minderung der Immissionen innerhalb der angrenzenden Wohnbebauung im Stadtteil Kapellenberg
·Entlastung des Stadtzentrums durch Verlagerung des gebietsfremden Durchgangsverkehrs auf den Inneren Stadtring (derzeit bereits 27.000 Kfz/24 h bei Ausbau des Inneren Stadtringes bis zur Zschopauer Straße und fehlendem Lückenschluss bis zur Dresdner Straße)
·Herausnahme der Stollberger Straße aus dem Vorrangnetz mit begleitenden Verkehrsberuhigungs-maßnahmen im südlich angrenzenden Stadtteil Kapellenberg 
·Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) durch Ausbau der Straßenbahntrasse Stollberger Straße
·Verbesserung des Mikroklimas im Planungsraum durch intensive Anpflanzung von Großgrün 
·(3-reihige Baumallee) und begrünte Steilböschungen
·Optimierung des Durchflussquerschnitts im Zuge des querenden Chemnitz-Flusses durch Anhebung der Annaberger Straße bis zu 0,60 m
·Umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf Grundstücksflächen außerhalb des Plangebietes

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